Jugendarrest

Beim Jugendarrest handelt es es sich um sein sogenanntes Zuchtmittel aus dem Jugendstrafrecht. Er wird eingesetzt, wenn mildere Maßnahmen (sogenannte Erziehungsmaßregeln) nicht mehr ausreichen, die strengere Jugendstrafe aber auch noch nicht angebracht wĂ€re (§ 13 JGG). Jugendarrest kann auch dann verhĂ€ngt werden, wenn eine Jugendstrafe auf BewĂ€hrung ausgesetzt wird, dem Jugendlichen aber die Ernsthaftigkeit der Lage besonders deutlich gemacht werden soll oder der Jugendliche fĂŒr einen Weile den schĂ€dlichen EinflĂŒssen seiner Umgebung entzogen werden soll (§ 16a JGG). Jugendarrest kann außerdem verhĂ€ngt werden, wenn der Jugendliche gegen Weisungen (§ 11 Abs. 3 JGG) oder Auflagen (§ 15 Abs. 3 JGG) verstĂ¶ĂŸt.

Es gibt drei Arten von Jugendarrest (§ 16 JGG):

ArtDauer
Freizeitarrest1 oder 2 Wochenenden
Kurzarrest2 oder 4 Tage am StĂŒck
Dauerarrest1 bis 4 Wochen

Der Jugendarrest kann nicht zur BewÀhrung ausgesetzt werden (§ 87 Abs. 1 JGG). Der Jugendarrest darf nicht nicht mehr vollstreckt werden, wenn er nicht innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft des Urteils vollstreckt wird (§ 87 Abs. 4 JGG). Dies kam in der Vergangenheit wegen Mangel an ArrestplÀtzen immer wieder vor.

Der Jugendarrest wird in besonderen Jugendarrestanstalten oder in FreizeitarrestrÀumen vollzogen. Die genauere Ausgestaltung des Jugendarrests ist in den Jugend­arrest­vollzugs­gesetzen der LÀnder geregelt.