Es ist zwar schon in diesem Jahr 19 Jahre her, dass ich in der JVA Kassel I inhaftiert war, aber wer einmal dort war, wird immer an diesen Aufenthalt zurĂŒck denken als einschneidendes Erlebnis. Sagen wir so, dass der Bau dort ein widerliches Dreckloch ist, steht auĂer Frage und die Organisation dort eine Katastrophe, ebenfalls. Woran die Beamten keinerlei Schuld tragen, das muss ich ebenfalls einfĂŒhren. Bei den Beamten gilt - wie auch im normalen Leben in Freiheit - wie es in den Wald hineinruft, schallt es auch wieder heraus. Wenn man sich renitent, gewaltbereit und groĂmĂ€ulig auffĂŒhrt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Beamten einem ebenso begegnen. Bleibt man normal, freundlich und unauffĂ€llig, dann kann es durchaus passieren, das Beamte auch einem mal die eine oder andere VergĂŒnstigung gewĂ€hren, wie z.B. sich fĂŒr ein paar Stunden auf dem Gang der Station bewegen oder einem zu einer zweiten Sportkarte verhelfen, sodass man noch einmal mehr aus der Zelle kommt. Ein Segen der JVA Kassel war der kath. Diakon Herr Fröba. Er macht wirklich so gut wie unmögliches möglich, setzt sich ein und versucht alles, dieses miese Knastleben ertrĂ€glich zu machen. Wer es sich allerdings unangenehmer macht, als es sowieso schon ist, hat m.E. selbst Schuld, ich spreche aus Erfahrung.